Alex Höllwarth im Interview

 

Knapp mehr als 2 Jahre sind nun vergangen seitdem wir unser Multitool, den ARAK, auf den Markt gebracht haben. Der ARAK ist der wohl vielseitigste Schirm in unserer Produktpalette und hat sich seit Release großer Beliebtheit erfreut. Mit dem ARAK AIR bringen wir nun die ultraleicht Version des Schirmes. Wir haben uns mit Chefdesigner Alex Höllwarth zum Interview getroffen und ihm ein Paar interessante Infos zum ARAK AIR entlocken können.

skywalk:

Alex, was waren eure Grundgedanken hinsichtlich der Zielgruppe?

Alex:

Wir wollten einen Schirm bauen, der Fliegen im X-Alps-Style für jedermann ermöglicht. Quasi den perfekten, vielseitigen ultraleicht Schirm, der nicht zu anspruchsvoll zu fliegen ist und dennoch extremes Leistungspotential hat. 

skywalk:

Damit sind schon ein paar Punkte unserer zweiten Frage beantwortet. Was waren denn noch weitere Anforderungen an diesen Schirm?

Alex:

Im Grund standen folgende Punkte ganz oben im Pflichtenheft:

  • Ultraleicht
  • Minimalstes Packmaß
  • Einfache Handhabung
  • Sehr hohes Leistungspotential 
  • Hohe Sicherheit

Photo: (c) Tom Klocker

skywalk:

Wie habt ihr dieses Projekt und die oben genannten Punkte letzten Endes umgesetzt?

Alex:

Mit dem ARAK haben wir bereits einen Schirm, der ein sehr hohes Leistungspotential hat und gleichzeitig einfach zu fliegen ist und richtig Spaß macht. Der ARAK kommt bei den Piloten sehr gut an und hat eine große Community… Dies war für uns die Bestätigung, dass sich der ARAK am besten für dieses Projekt eignet. Wir haben dann einige unterschiedliche Konzepte ausprobiert, um den Schirm so leicht wie möglich und im Packmaß so klein wie möglich zu machen. Die Schwierigkeit dabei war den perfekten Mix aus Anwenderfreundlichkeit und Leichtigkeit zu finden. Außerdem sollten die Flugeigenschaften natürlich so nahe wie möglich am ARAK bleiben.

skywalk:

Alex, erzähl uns doch ein wenig über die Materialwahl beim ARAK AIR.

Alex:

Gerne. Ich fange bei der Beleinung an:

Es wäre definitiv möglich gewesen noch mehr Gewicht an den Leinen zu sparen und noch ein Quäntchen mehr an Leistung herauszukitzeln. Dabei wäre jedoch ein großer Teil der Anwenderfreundlichkeit verloren gegangen. Schlussendlich haben wir die Beleinung vom „normalen“ ARAK übernommen, da dieses Set-Up bei den Piloten sehr gut ankommt und sie damit sehr gut zurechtkommen. 

Ich fahre mit der Tuchwahl fort:

An der Eintrittskante bis zum 3D-Shaping setzen wir auf das TX-Light, welches erstmals am CAYENNE6 zum Einsatz kam. Dieses Material ist extrem robust, hat eine hohe Reißfestigkeit und ist für seine Eigenschaften relativ leicht. Am restlichen Schirm ist Dominico 10D verbaut, welches sehr leicht ist. Dieses Material hätten wir natürlich auch in der Eintrittskante verbauen können. Da an dieser jedoch im Flug die größten Kräfte auftreten und der Schirm stark belastet wird, wenn er mal mit der Nase voraus in den Boden knallt, haben wir ein wenig mehr Gewicht in Kauf genommen.

Nun zu den Tragegurten:

Zur Auswahl stehen Dyneema- sowie Standard-Tragegurte. Die Standardgurte sind sehr formstabil und liegen gut in der Hand. Der Nachteil ist, dass sie das Packmaß vergrößern und ca. 200g schwerer sind als die Dyneema-Gurte. Die Dyneema-Riser sind extrem leicht und haben ein minimales Packmaß. Sie sind jedoch nicht so formstabil und nehmen etwas mehr Zeit in Anspruch, bis man sich daran gewöhnt hat.

skywalk:

Zu guter Letzt interessiert uns noch – benötigt der ARAK AIR mehr Sorgfalt in der Handhabung als ein herkömmlicher Schirm?

Alex:

Generell sind Leichttücher dünner als herkömmliche Gleitschirmtücher und deshalb weniger resistent gegen mechanische Beanspruchung. Dies bedeutet, dass beim Auslegen des Schirms vermehrt auf spitze Gegenstände, Steine, Büsche etc. zu achten ist und, dass jeder überflüssige Bodenkontakt vermieden werden sollte. Um zusätzlich an Gewicht zu sparen werden z. B. auch weniger Einfassbänder verbaut, hier ist einfach beim Bodenhandling mehr Achtsamkeit gefragt.

skywalk:

Alles klar, somit wäre das Wichtigste gesagt! Vielen Dank!

Alex:

Gerne, viel Spaß mit dem ARAK AIR!